Das Gute mit dem Nützlichen verbinden
Artikel vom 16.06.2011Lange mussten die Bewohner von Birkach auf die Neueröffnung eines Lebensmittelmarktes warten. Am Dienstag, den 07. Juni konnten sie erstmals im neuen Bonus-Markt einkaufen.
"Sehr schön ist der Markt geworden, ganz toll", lobten mehrere Kunden, die sich am Eröffnungstag über das neue Angebot informierten. Auch Ines Aufrecht, die Leiterin der Wirtschaftsförderung Stuttgart, freut sich über die Ansiedlung des Bonus-Marktes in Birkach. Sie sieht in der gesicherten Nahversorgung eine Steigerung der Lebensqualität der Bewohner. "Der Einzelhandel zieht sich immer mehr aus den Zentren zurück", bedauert sie. Das Ladensterben in den Innenstädten sei besonders für Menschen schwerwiegend, die nicht mobil sind und auf Einkaufsmöglichkeiten in Fußnähe angewiesen sind.
Nachdem der Tengelmann Supermarkt den Standort Birkach im vergangenen Jahr aufgab, stand die Verkaufsfläche leer. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden, der Standort erwies sich für die großen Handelsketten als nicht lukrativ.
"Bonus-Märkte ziehen nur in Standorte, die kein privater Unternehmer übernehmen möchte", erklärt Bonus-Geschäftsführer Manfred Kaul eine der grundlegenden Voraussetzungen für eine Filialeröffnung. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart stellte in einer Standortanalyse die Notwendigkeit eines Lebensmittelmarktes in Birkach fest und legte somit den zweiten Grundstein für die Ansiedlung eines Bonus-Marktes. Mit der Bewilligung einer kommunalen Ausfallbürgschaft räumte der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates das letzte Hindernis für eine Eröffnung aus dem Weg.
Doch nicht nur die Anwohner, die Waren des täglichen Bedarfs nun bequem vor Ort einkaufen können, profitieren von dem neuen Lebensmittelmarkt. Die Bonus gGmbH ist eine Tochtergesellschaft der sbr gGmbH, einem gemeinnützigen Beschäftigungsunternehmen mit dem Ziel, arbeitslose Menschen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und dauerhaft zu integrieren. Daher steht auch nicht die Wirtschaftlichkeit der Standorte im Mittelpunkt, sondern die Förderung der vom Jobcenter vermittelten Angestellten. In jeder der inzwischen 36 Filialen sind zusätzlich zum regulären Personal und Auszubildenden auch vier bis sechs Langzeitarbeitslose beschäftigt. Für sie steigen die Vermittlungschancen in feste Arbeitsverhältnisse durch die Zusatzqualifikationen, die sie in den Märkten erlangen.
Quelle: Stuttgarter Wochenblatt, 16.06.2011, Nicole Hentschke




